Das Experiment „der lichtblick“ begann am 25. Oktober  1968. An dem Tag wurde die erste Gefangenenzeitung in  der JVA-Tegel herausgegeben. Es war eine ganz besondere  Zeitung, denn sie wurde innerhalb der Mauern einer  Strafanstalt ausschließlich und vollumfänglich von  Inhaftierten erstellt. Und sie musste vor Drucklegung der  Anstaltsleitung nicht vorgelegt werden.   Das muss sie bis heute nicht. So ein Konstrukt nennt man  eine unzensierte Gefangenenzeitung – zu damaliger Zeit  ein außerordentliches Experiment. Vermutlich werden  Anstaltsleiter anderer deutscher Justizvollzugsanstalten  einen derartigen Versuch damit vergleichen, „sich selbst  eine Laus in den Pelz zu setzen“. Deshalb hat sich wohl  kein anderer Anstaltsleiter diesem Experiment ausgesetzt.  Beachtenswert ist der Umstand, dass dieses Wagnis  ursprünglich nicht von Inhaftierten initiiert wurde, sondern  vom ehemaligen Anstaltsleiter der damals noch  Strafanstalt heißenden JVA Tegel, dem Leitenden  Regierungsdirektor Herrn Glaubrecht. Es war das Jahr 1968, der Vollzug im Aufbruch,  Resozialisierung noch ein Wort, das alle – die Justiz, die  Gesellschaft und vor allem die straffällig Gewordenen –  mit Hoffnung verbanden.  Über 350 Ausgaben sind bisher entstanden. Ausgabe für  Ausgabe gelangt diese Tegeler Gefangenenzeitung  deutschlandweit in hundert andere Gefängnisse. Nicht nur  dem Initiator Herrn Glaubrecht, auch jedem  nachfolgenden Anstaltsleiter – Herrn Halvensleben, Herrn  Lange-Lehngut und Herrn Adam – gebührt Respekt für ihren Mut und Anerkennung für ihren geleisteten Beitrag zum  Erhalt des lichtblicks  Entstehung Alle Dateien sind im PDF-Format abgespeichert. Zum Betrachten benötigen Sie einen PDF-Reader und manchmal etwas Geduld beim Laden der Seiten.